Die Beratungen zum Bundeshaushalt 2019 verliefen für Hamburg wieder einmal äußerst erfolgreich. Insgesamt rund 175 Mio. Euro Bundesmittel investiert der Bund in den kommenden Jahren in verschiedene Projekte der Hansestadt. Von der Start-Up-Förderung über die Neugestaltung von Parkanlagen bis hin zu zahlreichen Kulturprojekten ist ein breites Spektrum an Maßnahmen vertreten:

Rund um das Forschungszentrum DESY und auf dem Gelände der Trabrennbahn soll die „Science City Bahrenfeld“ entstehen – ein Areal, das Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen miteinander verzahnt. Unter der Federführung von DESY soll in der Nachbarschaft ein großes Technologiezentrum für Start-up-Firmen gebaut werden, unterstützt mit 95 Millionen Euro vom Bund.

Das Altonaer Museum gehört zum Kernbestand der Hamburger Museen. Im Jahr 1863 gegründet und 1901 mit einem Museumsneubau ausgestattet, ist es eines der Traditionshäuser in der Hamburger Museumslandschaft. Für eine grundlegende Sanierung, einen Teil-Neubau und die Überarbeitung der Ausstellung stellt der Bund 19,5 Mio. Euro zur Verfügung. Die gleiche Summe wird Hamburg bereitstellen.

Für die Aufwertung von Grünanlagen im Hamburger Osten sollen bis zum Jahr 2022 insgesamt 30 Millionen Euro ausgegeben werden. Der Bund und die Stadt Hamburg beteiligen sich hieran je zur Hälfte. Mit den Mitteln soll eine Entwicklung zu attraktiven und vielfältig nutzbaren Freiräumen ermöglicht werden, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort ausgerichtet sind. Ein Schwerpunktgebiet wird der Öjendorfer Park sein.

Die Sammlung der Hamburger Kunsthalle umspannt Kunst aus acht Jahrhunderten und ist eine der wichtigsten öffentlichen Kunstsammlungen Deutschlands. 2019 feiert die Kunsthalle ihr 150-jähriges Jubiläum und wird dort das Erreichte und die Projekte der Zukunft präsentieren. Trotz umfangreicher Modernisierung (2014-2016) besteht weiterer Sanierungsbedarf. Vor diesem Hintergrund soll die Kunsthalle in den Bereichen Kupferstichkabinett, Bibliothek sowie Sammlungsbereich und historischem Archiv räumlich erweitert und modernisiert werden. Der Bund stellt hierfür 10,7 Millionen Euro zur Verfügung. Hamburg beteiligt sich in gleicher Höhe.

Die zwischen 1968 und 1973 errichtete Alsterschwimmhalle galt seit Aufnahme des Betriebs als das Flaggschiff der Hamburger Bäder – aufgrund der Besucherzahlen aber auch aufgrund der imposanten Architektur. Nach über 40 Betriebsjahren zeigt sich mittlerweile bei der unter Denkmalschutz stehenden Schwimmhalle ein erheblicher Sanierungsbedarf, der mit etwa 70 Millionen Euro Gesamtkosten geschätzt wird. Nun soll die Grundsanierung im Bereich des Denkmalschutzes mit 10 Millionen Euro des Bundes mitfinanziert werden.

Der Friedhof Ohlsdorf – flächenmäßig der größte Parkfriedhof Europas – ist in jeder Hinsicht ein Kulturdenkmal ersten Ranges. Auf dem rund 400 Hektar großen Friedhof befinden sich 12 Kapellen und 26 Mausoleen. Die Entstehungszeit der Bauten reicht von 1880 bis 1983. Diese einzigartigen Zeugnisse der Geschichte, gilt es nachhaltig zu erhalten und denkmalgerecht zu sanieren. Der Sanierungsrückstand wird auf rund 18,1 Millionen Euro kalkuliert. Der Bund stellt, verteilt über die nächsten fünf Jahre, 9,1 Millionen Euro der  Summe zur Verfügung.

Die Evangelische Stiftung Alsterdorf erhält Bundesfördermittel in Höhe von etwa 7,5 Millionen Euro für umfangreiche Sanierungs-, Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen im Projekt „Straße der Inklusion“. Ziel des Projektes ist die Errichtung eines barrierefreien Gedenk- und Lernortes, an dem sich Besucher mit der systematischen Massenermordung von Menschen mit Behinderungen in der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen können. Die Gebäude befinden sich derzeit allerdings in einem baufälligen Zustand. Der geschätzte Finanzierungsbedarf beläuft sich auf knapp 15 Millionen Euro. Die Hälfte der Kosten für die Sanierung kann nun durch die Förderung des Bundes gedeckt werden.

Das Kraftwerk Bille ging 1901 als viertes Hamburger Kraftwerk ans Netz. Die Liegenschaft überstand als eines der wenigen Gebäude im industriell geprägten Hamburger Osten die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg. Es ist damit Hamburgs ältestes erhaltenes Kraftwerk und ein anschauliches Zeugnis der Hamburger Industrie- und Baugeschichte. Der Bund beteiligt sich an der denkmalgerechten Sanierung mit 2,35 Millionen Euro. Mit Projekten aus Kunst und Kultur in dem Gebäude soll der Hamburger Osten sodann ein neues Vorzeigeprojekt bekommen.

Die Privattheatertage wurden 2012 als Festival, Leistungsschau und Wettbewerb ins Leben gerufen und erfreuen jährlich das regionale und überregionale Publikum. Seither haben sich rund 182 unterschiedliche Privattheater aus 67 Städten und Orten Deutschlands beworben. Vom 11. Juni bis 23. Juni 2019 sollen nun die 8. Privattheatertage in Hamburg stattfinden. Für die Durchführung dieses Festivals stellt der Bund bis 2021 jedes Jahr 500.000 Euro zur Verfügung.

Das Bundesjugendballett ist eine Zierde der Hamburger Kulturlandschaft mit internationaler Ausstrahlung. Dieser Erfolg ist nicht zuletzt auf die jahrelange finanzielle Unterstützung des Bundes zurückzuführen. Hieran wollen wir anknüpfen und machen das Projekt mit einer Finanzierung von 2,8 Millionen Euro über die nächsten vier Jahre zukunftsfest.

Im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms werden außerdem folgende Projekte mit Bundesmitteln gefördert: Haus des CVJM zu Hamburg (79.000 €), Kohle-Dampf-Seeschiff „Stettin“ (530.000 €), Harburger Schlossgewölbe (190.000 €), Kirche St. Pauli (346.000 €) sowie die Dreieinigkeitskirche St. Georg (305.000 €).