Vor 40 Jahren fand in Hamburg die erste „Stonewall“ – Demonstration für die Rechte von lesbischen, schwulen, bi-, trans*- und intersexuellen, sowie queeren Menschen statt. Inzwischen wurde daraus der alljährliche Christopher Street Day (CSD), welcher in diesem Jahr ein großartiges Jubiläum feiern wollte. Corona hat auch die Community erreicht. Am Montag durfte ich am Rathaus gemeinsam mit unserer Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und unserer Landesvorsitzenden Melanie Leonhard die Regenbogenflagge als solidarisches Zeichen für die Community hissen und damit die diesjährige Prideweek eröffnen. In diesem Jahr sind besonders viele Behörden, städtische und privatwirtschaftliche Unternehmen, Banken und viele weitere Institutionen mit an Bord und zeigen Flagge. Auch das Kurt-Schumacher-Haus erhält in diesem Jahr drei wunderschöne Flaggen der SPDQueer. 

Am Samstag wird es dann auf einer Strecke von acht Kilometern eine Fahrraddemonstration durch die Stadt geben. Die Organisierenden (der Hamburg Pride e.V.) haben dafür selbstverständlich ein Abstands- und Hygienekonzept vorgelegt. Wir werden alle eine Mund- und Nasenbedeckung tragen und die maximale Teilnehmerzahl ist auf 3000 Personen begrenzt. Das dreitägige Straßenfest, für das jedes Jahr der gesamte Jungfernstieg und der Ballindamm gesperrt werden, fällt allerdings aus.

Vielfalt und Akzeptanz sind Werte, die sich unsere Community gemeinsam mit der SPD immer wieder erkämpft hat. Die Öffnung der Ehe für Alle, die Rehabilitierung von verurteilten homosexuellen Männern und in diesem Jahr das Verbot von Konversionstherapien waren wichtige Schritte zum Abbau von Diskriminierung. Zur nächsten Bürgerschaftssitzung wird es meinen ersten Antrag geben. Die SPD setzt sich, gemeinsam mit dem Koalitionspartner dafür ein, im Bundesrat eine Initiative zu starten und das Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3 um das Merkmal der sexuellen Identität zu erweitern. 

So bekommen LSBT*IQ – Personen endlich auch durch unsere Verfassung einen besonderen Schutz. Auch bei uns gibt es immer noch Diskriminierung, der die Community aussetzen muss. Wir kämpfen dafür, dass Intoleranz und Diskriminierung abgebaut werden und die Community gestärkt wird. Um es mit dem diesjährigen CSD-Hamburg-Motto zu sagen: 

Keep on fighting together!

Text: Simon Kuchinke (Fachsprecher für LGBT*IQ  
der SPD-Bürgerschaftsfraktion)